Büro für poetischen Unsinn.

Christian Berens & Moritz Kotzerke / WS 2015/16
Studio 01 / Prof. Marion Digel, Prof. Christian Schreckenberger, Prof. Bruno Klimek
Studio 06 / Prof. Marc Hassenzahl, Prof. Claudius Lazzeroni

Im Büro für poetischen Unsinn (BFPU) werden künstlerische Methoden der Wissenserzeugung mit wissenschaftlichen Methoden gekoppelt und so narrative Spannungsfelder erzeugt. In einer hybriden Form aus Grafik, Performance, Architektur, Theorie und freier Kunst bedient sich das BFPU in den unterschiedlichen Codes, Sprachen, sowie Denk- und Handlungsmodellen der einzelnen Disziplinen und platziert diese in neuen Kontexten. Ziel ist es, den Austausch und die Fähigkeit, das Denken zu erweitern, es zu verlagern, offen zu halten und es zu fördern. Dabei entstehen Formen, die diese Prozesse strukturell unterstützen oder befeuern. Der poetische Unsinn ist künstlerische Strategie, Geisteshaltung und formales Werkzeug in einem.

Am 26.01.2016 fand die erste Transaktionär*innensitzung im Sanaa Gebäude in Essen statt, eine vierstündige Performance und Diskussionsplattform. Neben Inhalten und Texten wurden dafür räumliche Situationen geschaffen, die – einer interaktiven Bürolandschaft gleich – die Teilnehmer*innen strukturierten und befähigten. Von der Anmeldung ging es über den Wartesaal durch den Vordenkraum hin zum Spannungsfeld, in dem die Sitzung stattfand. Neben der zeitlichen Taktung durch die Architektur wurden die Teilnehmer*innen im Vordenkaum gedanklich angereichert und mit Einwürfen, die sie zur Mitsprache befähigten und so emanzipierten, ausgestattet. Die Einwürfe konnten während der Sitzung aus dem Seitenaus platziert werden und flossen direkt in die Ausrichtung der Sitzung ein. Verhandelt wurde das „Für und Wider“ einer Fusion, deren Bedeutung für die Teilnehmer*innen im Laufe der Sitzung deutlich herausgearbeitet wurde, dabei jedoch an allen Seiten sehr ausfranste. Nach heftigen Diskussionen und emotionalen Positionierungen wurde die Sitzung auf weiters vertagt und Zertifikate wurden ausgestellt.

Im ersten Semester entstand die Buchpublikation “Halbjahresbericht 01”.

In diesem Sommer Semester beschäftigt sich das BfpU mit der empirischen Refelktion über Wissen. Unter dem Arbeitstitel Dockingstation soll der Zyklus: Wissen generiere – Wissen einspeisen – Wissen verarbeiten – Wissen abzurufen,  architektonisch und sozial gestaltet werden. Es geht hierbei primär um das Zwischenwissen und das Wissensverständnis der freien Arbeiten, (Kunst, Gestaltung, Poesie, etc.).
Derzeit ist BfpU in der ersten Phase mit der Generierung dieses Wissens beschäftigt. In Feldforschungen mit eigenen Werkzeugen und verschiedenen Gruppen, wird die Entnahme und Entstehung von Wissen durchgefüht und diskutiert. Der aktuelle architektonische Plan ist das Schaffen eines mobilen Forschungslagers, ähnlich einer Straßenarbeiterbaustelle, das überall seinen Arbeitsort aufschlagen kann. Wir wollen unser Lager an unüblichen Orten aufschlagen, um so unser Denken zu verlagern, an Ort und Stelle Daten zu generieren, zu forschen und das Wissen und seine Relevanz zu verhandeln.

Eine Anmeldung zur Sprechstunde im BFPU jederzeit per E-Mail möglich.

Das Büro für poetischen Unsinn:
Christian Berens / Moritz Kotzerke
poetischer-unsinn(at)posteo.de

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