Einblicke in das Studio 01 – shōji // Pia Kintrup

Pia Kintrup
shōji, 2015
Studio 01 Inszenierter Raum
Holz, Washipapier, Projektion
In der traditionellen japanischen Ästhetik stellt Leere, ebenso wie Licht und Schatten einen besonderen
Wert dar. In der urbanen Konsumkultur findet sich heute kaum noch Platz für leere Räume. Ausgehend
von diesem Spannungsverhältnis habe ich traditionelle Prinzipien und Arbeitsverfahren verwendet um
sowohl die traditionelle Ästhetik aufzugreifen als auch eine Art Platz sparenden projezierten japanischen,
leeren Raum zu schaffen, der in der allzu gefüllten Welt ein Stück Leere bewahren kann, sei es gedanklich.
In der Installation stellt die shōji Schiebetür die Begrenzung des traditionell japanischen Raumes nach
Außen dar, während die darauf projezierten tatami Formationen, die die Grundfläche des Raumes bilden,
sich mit den shōji Türen verbinden und so den gesamten Raum abbilden können. Es entsteht zudem durch
die Projektion eine sich stetig verändernde Überlagerung der Raster, die an Hand der Proportionen eines
2:1 Seitenverhältnisses ebenso einen wesentlichen Teil in der japanischen Ästhetiklehre darstellen.