Störr, Jürgen (Prof.)

Zeichnen und Bewegt-Bild

Studio Visuelle Narration
_E-Mail: juergen.stoer(at)folkwang-uni.de

Lebenslauf

Jürgen Störr, Jahrgang 1954, absolvierte nach der Volksschule von 1968 bis 1971 eine Lehre als Grafischer Zeichner.

Mit 17 Jahren begann er das Studium „Visuelle Kommunikation“ an der Universität Wuppertal. Bereits damals beteiligte er sich schon an Ausstellungen in Museen und Galerien und verkaufte einige Bilder an private Kunst-Sammler sowie öffentliche Museen.

1974 wechselte er zur FH Dortmund, wo er 1975 sein Diplom machte.

Danach wurde Störr in das achte Semester an der Hochschule der Künste Berlin im Studiengang Experimentalgrafik eingestuft.

Ein Jahr später folgte dort die Ernennung zum Meisterschüler bei Prof. Helmut Lortz.

1976 bekam er den Karl-Ernst-Osthaus-Förderpreis.

Mit dreiundzwanzig Jahren erhielt Störr einen Lehrauftrag für Zeichnen und Druckgrafik an der Universität Wuppertal.

1985 gründete er mit der Künstlerin Roswitha Krähwinkel, welche er später heiratete, die Ruhrakademie und erwarb das Wasser-Schloss „Haus Ruhr“ in Schwerte, was er für diesen Zweck renovieren und ausbauen ließ.

Die Ruhrakademie, deren Abschlüsse mittlerweile staatlich anerkannt sind, leitet er bis heute.

Studiernde dieses privaten Institutes erhielten zahlreiche nationale und internationale Preise für Design, Kunst, Film und Fotografie. (www.ruhrakademie.de)

1991 wurde Störr zum Professor an der Universität Wuppertal ernannt.

2003 war er Preisrichter des internationalen Architektur-Wettbewerbs für das Weltkulturerbe „Zeche Zollverein Park“ in Essen.

2005 wurde sein Film „Las Vegas Sinfonie“ im Ludwig-Forum für internationale Kunst gezeigt.

2006 begann er in New York mit den Dreharbeiten für einen Spielfilm als Produzent, Regisseur und Darsteller.

Seit 2009 lehrt er als Professor an der Folkwang-Universität der Künste in Essen.

Lehre

Die technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters lösen einerseits immer mehr die Grenzen der spezifischen Gestaltungs-Hoheiten auf, andererseits fordert diese Entwicklung eine immer umfangreichere Spezialisierung verschiedener Fachbereiche.

Innerhalb dieses fast uferlos anmutenden Spektrums multimedialer Optionen ist das Fach „Zeichnen und Bewegtbild“ verortet. Die Studierenden können hier die Zeichnung bzw. die Ideenskizze als Grundlage für kontinuierlich weiterführende narrative Visualisierungen nutzen, welche verschiedene Optionen bereithält: vom gezeichneten Story-Board bis zur Umsetzung eines Zeichentrick-Films, einer Computer-Animation oder eines Videos.

Zu diesen Lehrveranstaltungen gehören verschiedene Gestaltungs- und Ausdrucksformen der künstlerischen und narrativen Zeichnung, sowie die Konzeption und Realisierung von Animation und Video-Projekten.

Für die Bewegtbild-Konzeption und Realisierung ist die zeichnerische Ideenskizze, bzw. das Scribble eine elementare Basis, bei der es sich nicht zwangsläufig nur um illustrative oder künstlerische Spezifikationen handeln muss, sondern einfach auch um eine Arbeitserleichterung. Deshalb hat hierbei die kommunikative Zweckbestimmung erste Priorität und nicht eine „artistische Zeichenkunst“, was die Teilnahme auch durchaus für„Nichtzeichner“ impliziert.

Die Visuelle Narration des Bewegt-Bildes erfordert angesichts der zeitgenössischen Ausdrucks-formen auch hybride Lösungen, z.B. Animations- und Realfilm-Kombinationen. Somit kann auch der Einsatz professioneller Sprecher, Schauspieler und Komponisten relevant werden.

Zeichentrick- oder Animations-Filme werden entweder mit der Anmutung einer gewollten Künstlichkeit geschaffen, oder als integrative Spezial-Effekte in einen Realfilm implementiert.

Dieses Lehrangebot bezieht sich ausschließlich auf die künstlerische Gestaltung, sowie Konzeption, Story-Board, Dramaturgie, Kameraführung, Montage, Schnitt, Musik-Auswahl und Sound-Design. Computer- und Kamera-Techniken werden hier nicht gelehrt!

Videoprojekte müssen zur Zeit mit vergleichsweise einfachen Mitteln realisiert werden, aber trotzdem können hier interessante und eindrucksvolle Filme entstehen.

Dieser Lehrbereich eignet sich auch für Studierende, deren Ziele nicht grundsätzlich mit Filmprojekten assoziiert sein müssen, da in fast allen gestalterischen Disziplinen das Skizzieren als Unterstützung des Denkens ein Vorteil darstellt.